Turnload · Ratgeber

Wer Auflieger mit anderen Frachtführern teilt, braucht eine neutrale Übergabe.

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Ein Sattelauflieger, der ohne Zugmaschine im Depot, am Terminal oder auf dem Hof eines Kunden steht, könnte auf der Strecke eines anderen Frachtführers Geld verdienen. Auf dem Papier ist das schnell erklärt. Schwierig wird es, sobald der Auflieger Ihren Hof verlässt: Dann hat ihn ein anderer, und Sie müssen wissen, wer, in welchem Zustand und wer zahlt, wenn er beschädigt zurückkommt. Genau dafür gibt es Turnload.

Was das Teilen von Aufliegern zwischen Frachtführern voraussetzt

Bevor ein Unternehmer einen Auflieger an eine fremde Firma gibt, müssen sechs Dinge stimmen.

  1. Sie sehen, welche Auflieger stehen

    Einen Auflieger, von dem niemand weiß, dass er frei ist, kann man auch nicht weitergeben. Gefragt ist: welcher Auflieger, wo und seit wann steht er und bis wann ist er verfügbar. Diese Daten liegen bereits in der Telematiksoftware vor. Sie verlassen nur nie das eigene Unternehmen.

  2. Die Fahrt passt zu Ihren Strecken

    Ein Auflieger, der in Genua frei wird, bringt nur etwas, wenn er in der Nähe des Ortes ankommt, an dem Sie ihn als Nächstes brauchen. Das Teilen funktioniert über Rückfrachten und Umpositionierungen auf Ihren eigenen Strecken, auf der Straße wie auf See.

  3. Die Verantwortung für den Auflieger wechselt zu einem klaren Zeitpunkt

    Wenn Frachtführer Auflieger untereinander tauschen, braucht es einen dokumentierten Zeitpunkt, an dem die Verantwortung übergeht: mit Uhrzeit und Ort, bestätigt von beiden Unternehmen. Sonst fängt jeder Streitfall mit zwei verschiedenen Darstellungen an.

  4. Der Zustand wird bei Abholung und Rückgabe festgehalten

    Fotos und ein Zustandsprotokoll bei Abholung und Rückgabe, von beiden Seiten abgezeichnet. So stehen neben jeder Delle ein Datum und ein Name.

  5. Haftung und Abrechnung sind zwischen beiden Frachtführern geregelt

    Wer während der Fahrt für den Auflieger einsteht und wer wem eine Rechnung schreibt, muss feststehen, bevor er rollt. Mit zwei oder drei Partnern reichen Absprachen am Telefon und per E-Mail. Mit zehn Partnern braucht es einen festen Ablauf.

  6. Sie zeigen nur Ihre eigenen stehenden Auflieger

    Keine Preise, keine Kunden, keine Aufträge. Der Frachtführer, der diese Woche Ihren Auflieger übernimmt, bietet nächste Woche vielleicht gegen Sie auf eine Ladung. Was Sie preisgeben, endet deshalb beim Auflieger selbst.

Das Teilen hängt am Vertrauen, nicht an der Vermittlung

61% der Lieferanten und 58% der Händler sehen fehlendes Vertrauen zwischen Partnern als größte Hürde für die Zusammenarbeit (CHEP Europe, o. J.).

CHEP betreibt Paletten- und Behälterpools und hat damit selbst ein Interesse daran, dass Unternehmen zusammenarbeiten.

Die Zahl stammt aus der Handelslogistik, gilt aber genauso für Auflieger. Einen passenden Partner zu finden, ist der leichtere Teil. Ihr TMS und Ihre Telematik verfolgen die eigenen Auflieger längst, aber nur bis zum eigenen Hoftor. Was zwischen zwei Unternehmen passiert, decken sie nicht ab: Übergabe, Zustand, Haftung und Abrechnung. An genau diesem Ablauf entscheidet sich, ob ein Unternehmer Ja sagt.

So regelt Turnload einen geteilten Auflieger

Turnload findet für stillstehende Sattelauflieger eine Rückfracht oder eine Umpositionierung. Es legt die Bedingungen fest und führt das Übergabeprotokoll. Den Mietvertrag schließen die beiden Frachtführer direkt miteinander.

  1. Melden

    Geben Sie an, welche Auflieger nicht im Einsatz sind, oder stellen Sie uns relevante Fuhrparkdaten zur Verfügung. Ihre Preise, Kunden und Aufträge sieht niemand.

  2. Vermitteln

    Turnload sucht eine Rückfracht oder eine Umpositionierung auf Ihren Strecken, auf der Straße oder per Schiff. Wissen Sie schon vorher, dass ein Auflieger stehen wird, lässt sich die Fahrt einplanen, bevor er steht.

  3. Übergeben

    Den Mietvertrag schließen Sie direkt mit dem anderen Frachtführer, zu Bedingungen, die beide Seiten kennen. Fotos und Zeitstempel bei Abholung und Rückgabe zeigen, wer den Auflieger hatte und in welchem Zustand.

  4. Verdienen

    Der Auflieger verdient Geld an Tagen, an denen er sonst nur gestanden hätte. Wir weisen die Auslastung pro Auflieger aus, damit Sie den Unterschied in Ihren eigenen Zahlen sehen.

Turnload ist kein Versicherer und ersetzt keine Ihrer Versicherungen. Beide Seiten bekommen aber das unterschriebene Protokoll: wer den Auflieger hatte, ab wann und in welchem Zustand. Welche Deckung während einer Fahrt greift, gehört zu den ersten Punkten, die wir mit jedem Fuhrpark klären.

Turnload startet mit einer ersten Gruppe von Fuhrparks. Sie zahlen für jeden Auflieger, den Sie einstellen. Alle anderen kosten nichts.

Was kosten Sie Ihre stehenden Auflieger heute? Berechnen Sie das Kapital, das darin gebunden ist.

Die Ansätze im Vergleich

Die meisten Fuhrparks kombinieren mehrere davon. Jeder löst ein anderes Problem.

Häufige Fragen

Wer haftet für den Auflieger, solange ein anderer Frachtführer ihn hat?

Nach den gemeinsamen Bedingungen steht der Frachtführer, der den Auflieger übernimmt, ab der Abholung für ihn ein, bis Sie die Rückgabe bestätigen, auch im Hafen und auf dem Schiff. Das Zustandsprotokoll von Abholung und Rückgabe zeigt, wer für einen Schaden zahlt.

Müssen wir Preise oder Kundendaten offenlegen?

Nein. Nur Ihre eigenen stehenden Auflieger: welcher, wo und seit wann.

Geht es dabei um weniger Leerkilometer?

Nein. Leerkilometer zählen Lkw, die ohne Ladung fahren. Daran arbeiten Frachtenbörsen und Tourenplanung bereits. Auf dieser Seite geht es um Auflieger, die ohne Zugmaschine stillstehen.

Ersetzt das unser TMS oder unsere Telematik?

Nein. Turnload ergänzt den Teil zwischen zwei Unternehmen, den diese Systeme nicht abdecken.

Quellen