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Standkosten: Was ein stehender Sattelauflieger Sie kostet

Zuletzt aktualisiert am · Turnload

Standkosten übersieht man leicht, denn dafür schickt Ihnen niemand eine Rechnung. Ein Sattelauflieger kostet rund 30.000 € und verdient nur Geld, wenn er beladen fährt. An jedem Tag, an dem er steht, arbeitet dieses Kapital nicht, die laufenden Kosten fallen trotzdem an, und an manchen Terminals läuft schon die Uhr. So beziffern Sie, was das kostet.

Mit eigenen Zahlen rechnen

Was hier mit „stehend“ gemeint ist

Ein stehender Auflieger ist ein Sattelauflieger, der abgesattelt ohne Zugmaschine abgestellt ist: im Depot, am Terminal, im Hafen oder auf dem Hof eines Kunden.

Es geht also weder um Motoren im Leerlauf noch um Leerkilometer. Leerfahrten sind ein anderes Problem, und zwar ein gut erfasstes: 2024 wurden im Straßengüterverkehr der EU 21,6% der Fahrzeugkilometer leer gefahren (Eurostat, 2025). Dabei ist ein Lkw ohne Ladung unterwegs. Ein stehender Auflieger bewegt sich überhaupt nicht und taucht in diesen Zahlen deshalb nie auf.

In Europa sind rund 3,1 Mio. Sattelauflieger im Bestand (Luman, 2026). Wie viele Tage sie stehen, weist keine öffentliche Statistik aus. Die Kosten landen stattdessen in der Bilanz jedes einzelnen Eigentümers.

Drei Kostenblöcke eines stehenden Aufliegers

1. Kapital, das nichts einbringt

30.000 €

Etwa so viel kostet ein neuer Planenauflieger: auf dem Preisgipfel 2022 über 30.000 €, seitdem haben sich die Preise normalisiert (Luman, 2026). Geld verdient er nur, wenn er beladen fährt. Steht er, steckt das Kapital in einem Fahrzeug, das nichts erwirtschaftet. Bezahlt haben Sie es trotzdem.

2. Kosten, die weiterlaufen

2.000–4.000 $ pro Jahr

So viel kostet geringe Auslastung pro Auflieger in US-Netzwerken, rund 5,50–11 $ für jeden Standtag. Das ist ein US-Richtwert, das Prinzip gilt aber auch hier: Abschreibung, Versicherung und Stellplatz laufen weiter, wenn der Auflieger steht (REPOWR, 2025).

3. Standzeit, die schon berechnet wird

Terminals verlangen schon heute Geld für Standzeit. Ein Beispiel ist das DFDS-Terminal in Rotterdam: Dort steht eine Einheit 72 Stunden kostenlos. Danach wird ein Tagessatz fällig, der mit der Zeit steigt (DFDS, 2026):

Prüfen Sie, was Ihre eigenen Terminals verlangen. Jeder dieser Tage ist ein Posten Standkosten, den Sie direkt auf der Rechnung ablesen.

Was ein Standtag kostet

Ein stehender Auflieger schont Reifen und Bremsen. Die Kosten, die nach Kalender anfallen, laufen aber weiter. Unsere Rechnung für einen neuen Planenauflieger zu rund 30.000 € (Luman, 2026), zehn Jahre im Einsatz:

Das sind rund 10 € für jeden Tag, an dem ein Auflieger steht, noch vor jedem Standgeld am Terminal. Zwanzig Auflieger eine Woche lang: rund 1.400 €. Wartung, Reifen und Bremsen (rund 2.400 € im Jahr) sind nicht enthalten, weil sie von den Kilometern abhängen, nicht von den Tagen.

Annahmen: Restwert 13.000 € nach zehn Jahren, 65 % der Abschreibung zeitabhängig, 5,5 % Zins auf das durchschnittlich gebundene Kapital. Ihre eigenen Zahlen weichen ab, die Methode bleibt dieselbe.

So berechnen Sie Ihre Standkosten

Neue Daten brauchen Sie dafür nicht. Ihr Fuhrparksystem weiß bereits, wie viele Auflieger Sie besitzen und wie oft jeder davon im Einsatz ist. Geben Sie Fuhrpark und Auslastung in den Rechner unten ein: Er zeigt, wie viel Kapital heute in stehenden Aufliegern gebunden ist und welche Investition Sie sich mit einer höheren Auslastung sparen.

Zum Rechner

Die Kennzahlen, an denen Sie es ablesen

  • Auslastungsquote: wie oft Auflieger tatsächlich im Einsatz sind, gemessen an der Zeit, in der sie verfügbar sind.
  • Standzeit: wie lange Auflieger auf Betriebshöfen, bei Kunden, in Depots oder an Terminals stehen.
  • Verhältnis Auflieger zu Zugmaschinen: wie viele Auflieger Sie pro Sattelzugmaschine vorhalten. Je höher der Wert, desto mehr Einheiten warten in jedem Moment auf eine Zugmaschine.
  • Verhältnis Last- zu Leerfahrten: die Zeit, in der beladen gefahren wird, gegenüber der Zeit, in der leer gefahren wird.

Erfassen Sie die ersten beiden pro Auflieger und pro Standort. Dann wissen Sie, welche Auflieger stehen, wo und wie lange. Bei dieser Liste setzen Sie an, um die Kosten zu senken.

Standkosten senken

Dafür gibt es zwei Wege: weniger Auflieger besitzen oder die vorhandenen an mehr Tagen einsetzen. Beim zweiten Weg behalten Sie die Kapazität für die Spitzenwochen.

Turnload setzt beim zweiten Weg an. Sie melden, welche Auflieger stehen, wo und seit wann. Turnload findet eine Rückfracht oder eine Umpositionierung auf Strecken und Linien, die Sie ohnehin bedienen, auf der Straße oder per Schiff. Jede Übergabe läuft nach denselben Bedingungen, mit einem Protokoll, das festhält, wer den Auflieger hat und in welchem Zustand. Sichtbar sind nur Ihre eigenen stehenden Auflieger: keine Preise, keine Kunden, kein Auftragsbestand.

So bringt Turnload stehende Auflieger wieder in den Einsatz

Quellen

Standkosten-Rechner

Was Ihre stehenden Auflieger kosten und was sich frei machen lässt.

Geben Sie Fuhrpark, heutige Auslastung und ein Ziel ein. Der Rechner zeigt, wie viel Kapital heute in stehenden Aufliegern gebunden ist und welche Investition Sie beim Zielwert vermeiden.

Heute in stehenden Aufliegern gebunden 1.200.000 €
Vermiedene Investition 600.000 €